Inhouse – Outsourcing-Kosten: Vergleichen Sie Äpfel mit Äpfeln

Worum geht es? 

Es ist ein naheliegender Kurzschluss, den Stundensatz eines Offshore-Entwicklers auf einen Monatslohn hochzurechnen und den Betrag dann mit dem Nettolohn eines lokalen Entwicklers zu vergleichen. Diese Abkürzung kann leicht zu Fehlentscheiden führen. In diesem Artikel vergleichen wir Kostenelemente lokaler oder interner Ressourcen mit Offshore-Ressourcen, in der Absicht den Lesern Input zu geben, rationale Entscheidungen treffen und auch rechtfertigen zu können. 

Die verwendeten Zahlen basieren auf den schweizerischen Sozialversicherungssätzen. Sie können von uns eine Excel Vorlage anfordern, um Ihre spezifische Situation zu berechnen, auch für andere Länder.  

Das große Ganze 

Für viele europäische Unternehmen besteht die große Herausforderung darin, interne IT-Ressourcen überhaupt erst zu finden, zu welchen Kosten ist eine zweite ÜberlegungDer Preis, den man dafür bezahlt, wenn die Firma digital nicht fit ist, dürfte sowieso höher sein als die Kosten für die benötigte Ressource, z.B. wenn  Lösungen/ Produkte nicht rechtzeitig auf den Markt gebracht werden können, wenn Termine mit internen oder externen Kunden verpasst werdendie Firma nicht in der Lage ist, Betriebskosten oder Umlaufzeiten zu senken, wettbewerbsfähig zu bleiben usw.  

Da die Ressourcen knapp sind, sind die Gehälter tendenziell hoch. Lokales Outsourcing führt in der Regel zu Stundensätzen im dreistelligen Bereich. Offshoring ist daher eine praktikable Alternative, vorausgesetzt, es werden keine Kurzschlussentscheide gefällt (siehe Artikel über die Vermeidung von 5 häufigen Fehlern bei der Auswahl von Informatikressourcen).

Ein offensichtliches Entscheidungskriterium: Kosten. Vergleichen wir!

Vergleichen wir nun die Kosten einer/eines angestellten Mitarbeitenden mit den Kosten einer Offshore-Ressource:

Im folgenden Beispiel rechnen wir mit einem Monatsgehalt von 7200. Für jemanden, der 160 Stunden/Monat arbeitet, entspräche dies Nettokosten pro Stunde von CHF 45. Wir vergleichen diesen Betrag im Folgenden mit dem gleichen Stundensatz einer Offshore-Ressource:

In diesem Beispiel betrüge die Einsparung der Offshore-Variante CHF 18.85/h (41.9 %). Dies würde zu monatlichen Einsparungen von CHF 3‘016 führen. Und das ist bei weitem nicht alles. Lassen Sie uns realistisch sein und auch andere Kostenfaktoren betrachten.

Admin & Infrastruktur 

Zusätzlich berücksichtigt werden sollten auch die Kosten, jemanden an Bord zu holen und ihn/sie dort zu halten. Im Offshore-Fall wären diese Kosten im Stundensatz enthalten: 

  • Einstellung:  
  • Ihre Zeit, Lebensläufe zu lesen, sich auf Interviews vorzubereitendiese durchzuführen und auszuwerten. Ihre Zeit oder diejenige einer Person aus der Personalabteilung, um den Prozess zu führen, Inserate zu schreiben, zu publizieren etc.Insgesamt 20 Stunden wären wahrscheinlich konservativ geschätzt. Was kostet eine Ihrer Stunden, eine halbe Arbeitswoche? 
  • Gebühren: Agentur, Werbung: Eine Agentur kann problemlos mehr als ein Monatsgehalt verlangen, Anzeigen können teuer sein, ob auf elektronischen oder Druckplattformen: mindestens noch 10’000 CHF? 
  • Personalverwaltung, die sich mit Versicherungen, Sozialversicherung, Urlaub, Gehaltsmanagement befasst. Haben Sie einen Teil davon ausgelagertdann können Sie diese Kosten in der obigen Tabelle als direkte Personalkosten hinzufügen. 
  • Bürofläche: Wie viel zahlen Sie pro m2, wie viel würde ein Mitarbeiter benötigen? 
  • Büromaterialien, Kopieren usw. 
  • Hardwarekosten 
  • Softwarelizenzkosten 
  • Energiekosten 

Auf der anderen Seite können Sie möglicherweise Kommunikationszeit sparen, da eine Ressource in Ihrem Büro verfügbar ist. 

Opportunitätskosten 

Ohne die Ressource hätten Sie wahrscheinlich Opportunitätskosten zu tragen, z.B. weil  

  • Sie nicht in der Lage sind, ein Projekt zu übernehmen oder abzuschliessen 
  • Die Kundenzufriedenheit leidet, weil Projekte verzögert werden  
  • Die Kundenbindung beeinträchtigt wird, was zu einer tieferen zukünftigen Fakturierung führen kann 
  • Ihre Preise nicht konkurrenzfähig sind und Sie dadurch weniger Projekte gewinnen 
  • …. 

Risiken 

Beide Lösungen haben ihre Risiken: 

  • Inhouse: Fixkostenrisiko und das Risiko, die „falsche“ Person anzustellen (vielleicht die einzige, die Sie gefunden haben) 
  • Offshore: Anbieterrisiko je nach Modell: direkt Offshore, Hybrid oder Native-Hybrid. 

Schlussfolgerung

Wenn wir Offshore- mit Inhouse-Kosten vergleichen, müssen ca. 42 % auf offshore-Stundensätze aufgerechnet werden, um Stundensätze mit internen Stundenkosten zu vergleichen. Zusätzlich sollten bei eigenen Angestellten zusätzliche Kostenelemente und möglicherweise Opportunitätskosten berücksichtigt werden, um einen echten Vergleich herzustellen.

Die Unterschiede zwischen einem Nettogehalt und den tatsächlichen Kosten sind erheblich. Zweifellos rechtfertigt dies eine korrekte Berechnung der Kosten verschiedener Alternativen, bevor eine Entscheidung gefällt wird. Wenn die Aufgabe bei Ihnen ansteht – melden Sie sich bei uns und verlangen Sie das Excel, um ihren konkreten Fall zu berechnen.

Wie in einem anderen Artikel („Vermeiden Sie 5 häufige Fehler bei der Auswahl externer IT-Ressourcen“) erläutert, sollte der Stundensatz nur einer von verschiedenen zu berücksichtigenden Faktoren bei Ressourcenentscheiden sein, obwohl die Auswirkung auf Ihre Geschäftsergebnisse begrenzt sein könnte (siehe Artikel: „Auswählen von IT-Ressourcen: Behalten Sie Ihr eigentliches Ziel im Auge„).

Wie auch immer vorgegangen wird, die Kosten werden auf jeden Fall verglichen werden müssen, um zu verstehen, weshalb für eine bestimmte Variante entschieden wird oder entschieden wurde.

Zögern Sie nicht, den Autoren zu kontaktieren: erwinpeter@swisshelios.com.

Autor: Erwin Peter, Managing Partner SwissHelios LLC

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